Zukunft der Kirche - mutig und hoffnungsvoll

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BERICHT DER DEKANATSSYNODE

am 22. Oktober 22 in Affalterthal

Unter der Überschrift „Zukunft der Kirche – mutig und hoffnungsvoll“ stand die diesjährige Dekanatssynode des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks Gräfenberg. Dieser, den gut sechzig Dekanatssynodalen Mut machende Slogan zog sich durch die gesamte Synode, die von Dekan Reiner Redlingshöfer und der Affalter-thaler Pfarrerin Janina Wölfel mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Dorfkirche in Affalterthal eröffnet wurde. In seiner Predigt zeigte sich der Dekan überzeugt, dass die Kirche Jesus Christi, deren Grundauftrag sei, Menschen mit der frohen Botschaft, dem Evangelium in Berührung zu bringen, dauerhaften Bestand habe, auch wenn die zeitbedingte Kirchenorganisation Änderungen unterworfen sei.

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Genau dies griff der im Landeskirchenamt für neue Ausdrucksformen von Kirche (fresh expressions) zuständige Kirchenrat Michael Wolf in seinem Referat auf. Er rief die Synodalen dazu auf, Neues auszuprobieren, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, auch wenn das Gelingen nicht garantiert werden könne. Dazu machte er Mut, auch zu außergewöhnlichen Formen die Botschaft Jesu weiterzugeben. Dabei auch mal Fehler zu machen sei nicht so schlimm, als aus Angst vor Fehlern gar nichts zu machen, bekräftigte Wolf sein Anliegen, einer mutigen Kirche und Gemeinde.
Mit zahlreichen Beispielen aus dem breiten Spektrum bayerischer Kirchengemeinden regte er die Synoda-len zu kreativem Nachdenken an. Dass dies Früchte trug, wurde dann an den Ergebnissen der Gesprächs-gruppen deutlich, die sich über das Referat ausgetauscht hatten. Diese begeisterten Dekan Reiner Redlingshöfer sosehr, dass er versprach die Dynamik der Synode nicht verpuffen lassen zu wollen, sondern in Kürze ein Forum zu organisieren auf dem an diesen Ideen weitergearbeitet werden kann.

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Zuvor hatte der Dekan in seinem Bericht die Unterstützung der aus der Ukraine Geflüchteten und den Besuch aus der Gräfenberger Partnerdiözese Mtwara in Tansania als Schwerpunkte  heraus gestellt. Der Besuch von Bischof Lucas Mbedule und seiner Delegation mit vielfältigen Begegnungen in den einzelnen Kirchengemeinden, habe vielen einen Eindruck vom lebendigen und erfrischenden Christsein in Tansania vermittelt und die Partnerschaft intensiviert. Diese Partnerschaft, die auf Augenhöhe gelebt werde, beinhalte auch die Unterstützung des Aufbaues einer Mädchenschule in Mtwara mit sechstausend Euro jährlich. Im kommenden Jahr freut sich der Dekan, habe Bischof Mbedule ihn und eine Gräfenberger Delegation zum Gegenbesuch nach Tansania eingeladen. Die Gräfenberger sollen im Oktober in Tansania das zehnjährige Bestehen der Partnerdiözese mitfeiern.
In der Flüchtlingsarbeit habe das Dekanat, so der Dekan, mit der, von der Landeskirche über einen Sonderfonds finanzierten, Anstellung eines ukrainischen Psychotherapeuten für die Betreuung der Geflüchteten ein weit über das Dekanat hinausstrahlendes Projekt ins Leben gerufen. Neben zahlreichen Ehrenamtlichen kümmere der sich um die Alltagssorgen und die psychosozialen Probleme der Ukrainer, von denen Etliche in kirchlichen Gebäuden untergekommen waren und teilweise noch sind. Etliche Monate habe das Dekanat dazu das Dekanatsjugendheim als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt, so wie einige Kirchengemeinden ihre Gemeindehäuser. Bei den nach wie vor wöchentlich stattfindenden Begegnungstreffs in Gräfenberg und Neunkrichen fänden Ukrainer untereinander und bei zahlreichen Ehrenamtlichen Kontakt und Unterstützung.

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Bei der Umsetzung der Landesstellenplanung, bei der eine Pfarrstelle eingespart werden müsse, sei das Dekanat, so Redlingshöfer, gut vorangekommen. So habe keine der zwölf Kirchengemeinde Einwendungen bei der künftigen Verteilung der Gemeindepfarrstellen Einwände erhoben. Große Fortschritte gab es auch bei den beiden geplanten Pfarreigründungen. Die Pfarrei Gräfenberg-Thuisbrunn, der im Jahr 2024 auch Walkersbrunn beitritt, wurde vom Landeskirchenrat bereits bestätigt und die Planungen für die Pfarrei Neunkirchen-Ermreuth seien schon weit fortgeschritten.

Im Bereich der Jugendarbeit wurde ein neues Gemeindebesuchskonzept entwickelt, bei dem Dekanatsjugendreferent Michael Stünn im kommenden Jahr in jeder der zwölf Kirchengemeinden eine Jugendver-anstaltung durchführen werde, um den Kontakt zwischen den Jugendlichen vor Ort und der Dekanatsjugend zu intensivieren.
Als sehr erfolgreich bezeichnete der Dekan die Dekanatsbläserschule, in der im zweiten Jahr zwischenzeit-lich sechzehn Bläserinnen und Bläser ausgebildet würden. Überhaupt sei die Posaunenchorarbeit mit rund zweihundert Bläserinnen und Bläsern in elf Posaunenchören und dem Dekanatsposaunenchor eine wesent-liche Säule der Kirchenmusik im Dekanat.
Das Bildungswerk „Bildung Evangelisch Fränkische Schweiz“, das organisatorisch seit zwei Jahren an das Bildungswerk Erlangen angeschlossen sei, habe neben einem ansprechenden Jahresprogramm mit den Schwerpunkten Spiritualität, Heimat, Fairer Handel und Familienbildung auch drei neue Kirchenführer ausbilden können. Damit stehen im Dekanat acht ausgebildete Kirchenführer zur Verfügung, um Touristen, wie auch Einheimischen die Schönheit und den kunsthistorischen Reichtum der Kirchen im Dekanat erklären zu können. Ein Höhepunkt in der Bildungsarbeit war die Eröffnung des Hoffnungsweges, der die Kirchen von Gräfenberg, Thuisbrunn und Egloffstein auf einem elf Kilometer langen Weg verbindet und zur spirituellen Einkehr einlädt, wie der Dekan berichtete.
Der gute Zusammenhalt im Dekanat, verbunden mit vielfältigen Aktivitäten und Initiativen, lässt den Dekan, auch in für die Gesellschaft und die Kirche schwierigen Zeiten, mutig und hoffnungsvoll in die Zukunft der Kirche blicken.