Wort des Dekans - Aktuell

Liebe Gemeinden,

„dass nicht jeder alles machen kann, ist schon eine einfache Konsequenz unterschiedlicher Begabungen. Das gilt für Pfarrerinnen und Pfarrer, wie auch für die Gemeinden insgesamt. Nachhaltig sind Modelle, in denen Gemeinden so zusammenarbeiten, dass die Kräfte gebündelt werden.“

Was unser Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm in seinem jüngsten Buch über die Zukunft einer mutigen Kirche geschrieben hat, stand im Mittelpunkt unsere diesjährigen Dekanatssynode: die nachbarschaftliche Zusammenarbeit.

Für einige Gemeinden unseres Dekanats ist die übergemeindliche Zusammenarbeit nichts Neues; sie kooperieren schon länger mit Nachbargemeinden und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Andere sind gerade dabei sich dazu auf den Weg zu machen und wieder andere haben noch gar keine Erfahrung darin.

Viele bayerische Kirchengemeinden haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit von selbstständigen (und selbstständig bleibenden) Kirchengemeinden, ein guter und richtiger Weg ist, um die Herausforderungen der Zukunft besser meistern zu können. Diese Herausforderungen sind vor allem ein deutlicher Rückgang an Pfarrerinnen und Pfarrer in der Bayerischen Landeskirche. So werden wegen des demografischen Wandels und der damit einhergehenden Ruhestandsversetzungen der geburtenstarken Jahrgänge im Jahr 2030 nur noch rund 60 und im Jahr 2035 nur noch rund 50 Prozent der bisherigen Pfarrerinnen und Pfarrer im aktiven Dienst sein.  Außerdem werden auch in unserer bislang finanziell sehr gut aufgestellten Kirche die Mittel knapper und die Zuschüsse geringer.    

Unter dem Druck von Sachzwängen Kooperationen schließen zu müssen, ist kein besonders guter Weg. Deshalb ist es wichtig, die gegenwärtige Zeit zu nutzen und heute schon in Ruhe zu überlegen und zu prüfen, welche Gemeinde mit welcher, in welchen Bereichen eine sinnvolle und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit beginnen oder auch ausbauen kann. Dazu wurden auf der Dekanatssynode schon viele Ideen und Vorschläge angedacht und diskutiert. Im nächsten Jahr sollen diese Ideen in den einzelnen Kirchenvorständen und Kirchengemeinden unseres Dekanatsbezirks besprochen und geprüft werden.

Und das soll nicht um unserer selbst willen geschehen, sondern damit wir als Kirche auch künftig unseren Auftrag gut erfüllen können: Den Menschen in unseren zwölf Kirchengemeinden das Evangelium, die gute Botschaft, von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu verkünden.

Gerade in diesen Herbstwochen, in denen die Pandemie mit ihrer vierten Welle vielen Menschen Angst und Sorge bereitet, braucht es diese Botschaft vom menschenliebenden Gott ganz besonders. Einem Gott, der uns und seine Kirche nicht alleine lässt, besonders nicht in stürmischen Zeiten.

Eine gesegnete Adventszeit
Ihr
Reiner Redlingshöfer, Dekan